Gleason-Score: Bösartigkeitsgrad eines Tumors

Der Gleason-Score ist eine international verbreitete Einstufung des Bösartigkeitsgrades eines Prostatatumors und gibt an, inwieweit untersuchte Tumorzellen von gesunden Zellen in der Prostata abweichen.

Der maximale Gleason-Score liegt bei 5+5=10 und der niedrigste bei 1+1=2. Die Gleason-Scores von 2 (1+1) bis 5 (3+2) werden nicht berücksichtigt, weil ein Tumor ab einem Gleason-Score von 6 (3+3) als bösartig gilt.

Allgemein gilt: Je höher der Gleason-Score desto bösartiger ein Tumor.

Wie setzt sich der Gleason-Score zusammen?

Die erste Zahl im Gleason-Score gibt das im Tumor am häufigsten gefundene Zellmuster an. Die zweite Zahl beschreibt entweder das zweithäufigste oder das bösartigste Muster in diesem Tumorbereich. Die Zahlen können gleich sein, wie z. B. bei Gleason-Score 6 (3+3) oder abweichen, wie bei 7 (4+3). Wenn die Zahlen nicht gleich sind, dann liegt das daran, dass ein Tumor nicht homogen ist, sondern in seiner Zellstruktur variiert.

Die Zahl 5 beschreibt hoch aggressive und bösartige Zellmuster und die Zahl 3 zwar bösartige, aber nicht aggressive Zellen. Zellen mit einem Gleason von 4 können je nach Häufigkeit zu Tumoren mit einem Gleason von 6 (in dem Fall 3+4) oder 8 (in dem Fall 4+3) tendieren. Deswegen werden Tumore mit einem Gleason-Score von 7 als intermediär bezeichnet.

Gleason-Score Tabelle

Welcher Bösartigkeitsgrad ist am häufigsten?

Statistisch gesehen sind Prostatatumore mit einem Gleason-Score von 6 am häufigsten bewertet und gelten als niedrig aggressiv. Rund 50% der Männer, bei denen ein Prostatakrebs diagnostiziert wird, haben einen Tumor in diesem Bösartigkeitsbereich.

Tumore mit einem Gleason-Score von 7 (3+4 oder 4+3) gelten als intermediär aggressiv und sind in der Regel mit 25% vertreten.

Hoch aggressive Tumore, sind Tumore, mit einem Gleason-Score von 8 (4+4), 9 (4+5 oder 5+4) und 10 (5+5). Diese betreffen rund 25% der Männer, bei denen ein Prostatakrebs festgestellt wurde.

Wo steht der Gleason-Score beschrieben?

Wird ein Prostatakrebs über eine Biopsie festgestellt, wird in der Regel in jedem histologischen Arztbericht des Pathologen die Bösartigkeit eines Tumors über den Gleason-Score definiert.

Auch nach einer Prostatektomie (Total-OP) wird das Prostatagewebe untersucht und die bösartigen Tumorzellen anhand des Gleason-Scores beschrieben. Diese Informationen stehen im OP-Bericht oder in einem Befundbericht des Pathologen.

1. Gleason-Score 6 (3+3)

Ein Gleason-Score 6 hat in der Regel folgende Merkmale:

  • ein Prostatakrebs mit Gleason-Score 6 wächst in der Regel langsam und teilweise ab einer bestimmten Tumorgröße gar nicht mehr
  • infiltriert selten den Prostatarand (Prostatakapsel), weil der Tumor eher expansiv und nicht infiltrativ wächst
  • befällt in Ausnahmefälle die benachbarten Organe
  • bildet selten Fernmetastasen
  • zeigt keine spürbaren Symptome für den Mann auf
  • kleine Tumore erhöhen den PSA-Wert langsam, teilweise stagniert der PSA-Wert.

2. Gleason-Score 7a (3+4) und 7b (4+3)

Ein Tumor mit einem Gleason-Score 7 ist ein intermediär bösartiger Tumor und stellt die größte Variabilität der Bösartigkeit dar. Dieser Tumor enthält sowohl 3-er Anteile als auch 4-er Anteile. Je nach prozentualer Aufteilung kann dieser Tumor mehr 3-er oder 4-er Anteile enthalten.

Die erste Zahl im Gleason-Score bedeutet, dass dieser Anteil im Tumor überwiegt bzw. über 50% liegt.

7a (3+4): Steht die Zahl 3 vorne, überwiegen die 3-er Anteile (über 50%) und der Tumor tendiert mehr zu einem Gleason-Score 6 (3+3).

7b (4+3): Steht die Zahl 4 vorne, überwiegen die 4-er Anteile (über 50%) und der Tumor tendiert mehr zu einem Gleason-Score 8.

3. Gleason-Score 8 (4+4) | 9 (4+5 oder 5+4) | 10 (5+5)

Aggressive Prostatatumore mit einem Gleason-Score von 8, 9 oder 10 können in der Regel folgende Merkmale aufweisen:

  • wachsen infiltrativ und schnell
  • infiltrieren den Prostatarand (Prostatakapsel), das umgebende Fettgewebe, das Nerven- und Gefäßbündel
  • infiltrieren benachbarte Organe im Beckenbereich, wie Harnblase, Samenblasen oder Dickdarm
  • verursachen früh Metastasen in den Lymphknoten und Knochen
  • verursachen nur im fortgeschrittenen Stadium spürbare Symptome für den Mann
  • der PSA-Wert steigt schnell und stetig an.

Diese hoch bösartigen Tumore können lebensbedrohlich sein. Bei frühzeitiger Diagnose und geeigneter Therapie können für den betroffenen Mann Heilungschancen bestehen. In den meisten Fällen wird als geeignete Therapie die Total-Operation gewählt und je nach Stadium der Erkrankungen auch über Strahlentherapie, Chemotherapie oder Anti-Hormonelle-Behandlung entschieden.

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