Prostataentzündung

Viele Männer haben im Laufe ihres Lebens einmal eine Prostataentzündung durchgemacht. Grundsätzlich tritt eine Prostataentzündung auf, eine so genannte Prostatitis, wenn Bakterien in die Prostata gelangen. Diese Infektion kann akut oder chronisch verlaufen.

Welche Arten einer Prostatitis gibt es?

Eine entzündete Prostata kann durch verschiedene Bakterien verursacht werden:

  1. Die bakterielle Prostatitis wird durch Bakterien verursacht, die aus dem Blutkreislauf oder der Harnröhre in das Gewebe der Prostata gelangt sind.
  2. Die abakterielle Prostatitis wird durch atypische Bakterien wie Mykoplasmen, Chlamydien und Ureaplasmen verursacht.

Nur ca. 10 Prozent aller Prostataentzündungen werden durch Bakterien verursacht.

Obwohl das Krankheitsbild der Prostataentzündung lange relativ unerforscht war, ist das Verständnis für diese Krankheit in den letzten Jahren stark gewachsen. Der Begriff Prostatitis-Syndrom fasst vier verschiedene Krankheitsbilder zusammen.

  • Das chronische Beckenschmerzsyndrom (sogenannte abakterielle chronische Prostatitis)
  • Die chronische bakterielle Prostatitis
  • Die asymptomatische Prostatitis
  • Die akute bakterielle Prostatitis

Akute bakterielle Prostatitis

Die akute (bakterielle) Prostatitis wird immer durch Bakterien verursacht. Eine akute Prostatitis ist in der Regel eine relativ schwere Erkrankung, die mit starken Schmerzen beim Wasserlassen, Schüttelfrost, und Fieber verbunden ist.

Chronische bakterielle Prostatitis

Die akute Prostataentzündung kann jedoch auch zu einer chronischen Entzündung mutieren. Die Diagnose „chronische bakterielle Prostatitis” wird gestellt, wenn über drei oder mehrere Monate hinweg regelmäßig Keime im Urin, in der Prostataflüssigkeit oder im Ejakulat nachgewiesen werden. Eine chronische Prostatitis macht sich in der Regel nicht so stark bemerkbar wie ihr akutes Pendant. Sie löst zwar ähnliche schmerzhafte Beschwerden aus, jedoch sind diese meist nicht so ausgeprägt, wie bei der akuten.

Asymptomatische Prostatitis

Diese Art der Prostatitis tritt relativ selten auf. Sie wird jedoch auch selten diagnostiziert und behandelt, da sich keinerlei Schmerzen oder Beschwerden bemerkbar machen. Meistens wird diese Art der Prostatitis durch Zufall entdeckt.

Chronisches Beckenschmerzsyndrom

Dies ist die häufigste Form der Prostataentzündung. Meistens können bei dieser Prostataentzündung keinerlei Bakterien als Ursache nachgewiesen werden. In diesen Fällen bleibt die Ursache der Erkrankung unklar. Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom sind jedoch weiße Blutkörperchen nachweisbar.

MRT-Untersuchung der Prostata bei einer Prostataentzündung

Mit einer gezielten multiparametrischen MRT-Untersuchung der Prostata kann eine Prostatitis festgestellt werden. Für diese Untersuchung wird der Mann ins MRT-Gerät gelegt. Er behält währenddessen seine Unterwäsche an und bekommt zudem einen Bademantel angezogen. Dabei wird weder die Prostata ertastet, oder ein Untersuchungsgerät in das Rektum eingeführt. Die MRT-Untersuchung liefert detaillierte Informationen über die Prostata und kann zwischen einer akuten oder chronischen Entzündung unterscheiden.

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Wenn eine vermeintliche Entzündung über Monate mit Antibiotika behandelt wird, kann ein unentdeckter Tumor in dieser Zeit wachsen und möglicherweise auch metastasieren. Deshalb sollten Sie zur Sicherheit auch diese vermeintlich harmlose Erkrankung der Prostata bei unseren Prostata-Spezialisten abklären lassen.

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Symptome einer akuten Prostataentzündung

Die Symptome bei einer akuten Prostatitis treten häufig mit einer starken Intensität auf. In der Regel verspürt der Mann mehrere Symptome, die den Patienten zum Urologen führen. Für den Urologen ist es aufgrund der eindeutigen Anzeichen nicht schwierig, eine akute Prostatitis festzustellen.

Bei einer akuten Prostatitis ist in der Regel die gesamte Prostata von der Infektion betroffen. Diese Infektion bewirkt zusätzlich eine Schwellung des gesamten Organs und führt somit zu einer Vergrößerung der Prostata. Die Vergrößerung verursacht für den betroffenen Mann in den meisten Fällen starke Schmerzen, Druckgefühl im Dammbereich und Brennen beim Wasserlassen.

Folgende Symptome können eintreten:

  • stark erhöhte PSA-Werte
  • erhöhte Entzündungswerte im Blut
  • häufiges Wasserlassen mit abgeschwächtem Harnstrahl
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen in der Blasenregion
  • Druckgefühl im Dammbereich
  • Druckgefühl und Schmerzen im Beckenbereich
  • Fieber
  • Schüttelfrost

Behandlung einer akuten Prostataentzündung

In den meisten Fällen verschreibt der Urologe bei einer akuten Prostataentzündung eine hochdosierte Antibiotika-Therapie. Der erhöhte PSA-Wert sinkt nach einer Antibiotika-Therapie in der Regel deutlich. Auch die erhöhten Entzündungswerte im Blut und die Symptome gehen wieder zurück.

Sinkt der PSA-Wert nach einer Antibiotika-Therapie nicht deutlich, sollte abgeklärt werden, ob zusätzlich eine andere Erkrankung, wie z. B. ein Krebsherd, eine weitere Ursache für einen erhöhten und ansteigenden PSA-Wert sein kann.

Patient D. P., 71 Jahre"Kann Untersuchung in der ALTA Klinik uneingeschränkt empfehlen"

Nach Vorlage vorhergehender Untersuchungsergebnisse (PSA-Wert, PSMA-PET-MRT, Laborergebnis einer Biopsie) und Bewertung durch Dr. Lumiani und der Bitte um eine Zweitmeinung Anruf am Montag und Terminvereinbarung für den nächsten Tag zu einer multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata und Gespräch beim Urologen. Aufnahme und Vorbesprechung in ruhiger, entspannter Atmosphäre. Ärzte nicht in „weiß“ gekleidet, trägt zum Abbau von Distanzen bei und entspannt die Situation. Auswertungsgespräch der MRT-Bilder auf den Patienten eingehend und verständlich. Der schriftliche Befund klar formuliert und nach Übersetzung einiger Fachbegriffe insgesamt für einen Laien verständlich. Der Bericht hilft bei der weiteren Therapie durch „Hausurologen“/Hausarzt. Ich kann eine Untersuchung in der ALTA Klinik uneingeschränkt empfehlen.

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Symptome einer chronischen Prostataentzündung

Im Gegensatz zu einer akuten Prostatitis sind die klinischen Symptome bei einer chronischen Entzündung häufig nicht so stark ausgeprägt und die Behandlungsmöglichkeiten können unterschiedlich sein. Auch die Beschwerden treten nicht vermehrt, sondern häufig vereinzelt auf. Das kann die Diagnose einer chronischen Prostatitis auf den ersten Blick erschweren.

Die chronische Prostatitis ist meistens eine Erkrankung der Außenzone (periphere Zone) der Prostata. Diese kann sich sowohl komplett auf die Außenzone entwickeln oder nur einseitig entstehen. Es können auch mehrere vereinzelte, umschriebene Bezirke (fokale Entzündungsherde) in der Außenzone betroffen sein.

Folgende Symptome können eintreten:

  • leicht bis mäßig erhöhte PSA-Werte
  • Druckgefühl und Schmerzen im Dammbereich und Schambeinregion
  • schmerzhafter Samenerguss
  • Schmerzen in der Blasenregion
  • Schmerzen und Brennen bei oder nach dem Wasserlassen
  • Ziehen und Schmerzen in der Leiste
  • häufiger Harndrang
  • Störung der Sexualfunktion

Behandlung einer chronischen Prostataentzündung

Bei einer chronischen Entzündung der Prostata hilft in der Regel kein Antibiotikum. Die chronischen Entzündungsherde bleiben häufig unentdeckt und werden auch nicht behandelt.

Wenn ein Mann viele Entzündungsherde hat, können eventuell Funktionsstörungen auftreten. In so einem Fall kann eine gezielte Behandlung helfen, die mit einem Eingriff verbunden ist. Eine MRT-Untersuchung der Prostata ist dafür die Ausgangsbasis.

Risikofaktoren einer Prostatitis

Immunsystem

Männer, die ein gestörtes oder beeinträchtigtes Immunsystem (z. B. aufgrund von medikamentöser Behandlung) besitzen, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Prostatitis zu erkranken.

Diabetes

Diabetes mellitus bietet ideale Bedingungen für die Entstehung einer Prostataentzündung. Der hohe Zuckerspiegel im Blut erhöht häufig auch den Zuckerspiegel im Urin. Dieser erhöhte Zucker im Urin bietet Bakterien ein ideales Umfeld, um sich zu vermehren. Diabetes mellitus schwächt außerdem auch das Immunsystem (der oben erwähnte Risikofaktor).

Blasenkatheter

Wenn ein Blasenkatheter in die Blase eingeführt wird, kann die Prostata verletzt werden. Außerdem können sich auf dem Katheter, als Fremdkörper, Bakterien ansiedeln. Die Bakterien können entlang der Harnröhre zur Blase aufsteigen und von dort aus in die Prostata gelangen.

Wie wird eine Prostatitis diagnostiziert?

Über Probleme mit der Prostata wird in der Regel zunächst der Hausarzt informiert. Dieser sieht sich die Krankengeschichte des Patienten an. Besteht der Verdacht auf eine Prostataerkrankung oder ein konkreter Verdacht auf Prostatitis, so wird der Patient an einen Urologen überwiesen. Dieser führt zunächst eine digital-rektale Untersuchung durch. Mit dieser Untersuchung kann man lediglich den Verdacht einer Erkrankung bestätigen, die Art der Erkrankung kann man in der Regel nicht feststellen. Besteht Verdacht auf eine bakterielle Prostataentzündung so folgt meist eine Laboruntersuchung.

Körperliche Untersuchung (Digital-rektale-Untersuchung)

Hierbei wird die Prostata über den Enddarm mit dem Finger ertastet. Die Untersuchung mag für Männer etwas unangenehm sein, sie ist jedoch in der Regel schmerzlos und komplikationsfrei. Der Arzt überprüft die Größe und Schmerzempfindlichkeit der Prostata. Eine entzündete Prostata ist nämlich sehr schmerzempfindlich und vergrößert.

Laboruntersuchung

Im Labor wird der Harn untersucht um potenzielle Erreger nachweisen zu können. Bei der Standardmethode werden hierfür vier verschiedene Proben entnommen und untersucht: Ein Prostataexprimat (die aus der Prostata austretende Flüssigkeit), der Urin nach der Prostatamassage, der Ersturin und der Mittelstrahlurin. Ggf. kann auch das Ejakulat auf Erreger und Anzeichen einer Entzündung untersucht werden.

PSA-Test

Ein erhöhter PSA-Wert wird oft mit Prostatakrebs assoziiert. Jedoch kann auch eine gutartige oder entzündliche Erkrankung den PSA-Wert des Blutes stark erhöhen. Ist der Wert massiv erhöht, wird meist eine Stanzbiopsie (Entnahme von Prostatagewebe) verordnet, um Prostatakrebs ausschließen zu können. Dies kann allerdings oft durch die Abklärung per MRT der Prostata vermieden werden.

MRT in der Alta-Klinik

Sobald ein PSA-Wert oder eine digital-rektale Untersuchung auf eine Prostataerkrankung hindeutet, ist es ggf. ratsam sich gleich einer MRT-Untersuchung zu unterziehen. Bei einer multiparametrischen MRT an der ALTA Klinik kann man nicht nur frühzeitig feststellen, ob eine Erkrankung vorliegt. Man kann auch gleich den Erkrankungstyp (gutartig, bösartig, oder entzündlich) feststellen. Die mp-MRT ist die genaueste Methode, mit der sich eine sichere Diagnose stellen lässt. Die korrekte Behandlung setzt letztendlich eine präzise Diagnose voraus. Denn die Behandlung läuft bei allen drei Erkrankungstypen komplett unterschiedlich ab. Dank unserer MRT können wir über 50 % der von uns untersuchten Patienten eine Stanzbiopsie ersparen. Die Stanzbiopsie ist ein hochinvasiver Eingriff, bei dem ein hohes Komplikationsrisiko besteht und die Einnahme eines präventiven Antibiotikums voraussetzt.

Wie wird eine Prostatitis behandelt?

Behandlung der Symptome

Die sogenannte symptomatische Therapie hilft dabei, die akuten, durch die Entzündung verursachten Beschwerden zu lindern. Auf den Fortschritt der Erkrankung nimmt diese Behandlung jedoch keinen Einfluss. Falls der Patient unter starken Schmerzen leidet, werden unter Umständen Schmerzmittel verordnet. Wärmeflaschen auf dem Unterbauch oder Rücken können dabei helfen, die Muskulatur zu entspannen und so die schmerzhaften Beschwerden der Prostataentzündung zu lindern.

Medikamentöse Behandlung der Ursache

Die asymptomatische und akute bakterielle Prostatitis werden mit Antibiotika behandelt. In leichteren Fällen reicht meist eine 10-Tages-Kur aus. Bei der chronischen Prostatitis müssen die Medikamente meist länger eingenommen werden (meist ca. 4-6 Monate). Abhängig vom nachgewiesenen Erreger kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz. Wie bei Antibiotika üblich, sollte man diese wie vom Arzt verordnet einnehmen, selbst wenn die Beschwerden zurückgegangen sind. Dadurch beugt man einem Rückfall vor.

Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom ist eine Antibiotika-Therapie fast immer wirkungslos. Unter Umständen ist eine Behandlung mit Antibiotika einen Versuch wert, sofern es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt. Handelt es sich um ein nicht-entzündliches chronisches Beckenschmerzsyndrom, ist eine Antibiotika-Behandlung keineswegs zu empfehlen.

Auch Medikamente der Wirkstoffklasse 5α-Reduktasehemmer (kurz: 5-ARI), wie zum Beispiel Finasterid oder Dutasterid, kommen ggf. zum Einsatz.

Prostataentfernung bei chronischer Prostatitis

Falls eine schwerwiegende Prostataentzündung vorliegt, die Komplikationen verursacht und zum Beispiel den Harnabfluss massiv behindert, dann herrscht neben starken Schmerzen meist ein hohes Infektionsrisiko. In diesem Fall wird die Prostata gegebenenfalls komplett entnommen (sog. Prostatektomie).

Die Folgewirkungen einer solchen OP sind oft gravierend und die potenziellen Komplikationen dieses Eingriffs sind eventuell deutlich beeinträchtigender, als die von der Prostatitis zuvor verursachten Beschwerden. Die Vorsteherdrüse ist ein hochempfindliches Organ, an dem seitlich sensible Nervenstränge verlaufen, die bei der Prostatektomie verletzt werden können. Somit kann es passieren, dass der Mann für den Rest seines Lebens an permanenter Impotenz leiden wird. Außerdem leiden ca. 15 % bis 50 % der operierten Patienten auch unter temporärer Inkontinenz.  Es dauert meist mehrere Wochen bis der Schließmuskel der Harnröhre wieder komplett heilt.

TULSA-Pro Behandlung bei chronischer Prostatitis

Die Tulsa-Pro Behandlung an der ALTA Klinik ist eine vielversprechende, organerhaltende Alternative zur Prostatektomie. Sie verursacht hohe Heilungschancen und geringe Folgewirkungen. Hierbei werden die Entzündungsherde mithilfe von hochpräzisen Instrumenten gezielt verkocht. Der schmerzlose Eingriff beschränkt sich auf den eingegrenzten Bereich und gesundes Gewebe bleibt verschont. Der Mann behält seine Prostata, Potenz, Kontinenz und wird nicht an Ejakulationsstörungen leiden.

Dieses weltweit einmalige Verfahren wurde von Dr. Lumiani und seinem Team an der ALTA Klinik pioniert, und kommt nicht nur bei der chronisch entzündeten, sondern auch bei bösartigen und gutartigen Erkrankungen der Prostata zum Einsatz.

Die hohe Rückfallrate einer Prostatitis

Die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung (rezidiv) ist bei Prostataentzündungen generell sehr hoch. Ca. 23 Prozent der Betroffenen, erkranken ein zweites Mal, ca. 14 Prozent ein drittes Mal und ca. 20 Prozent viermal oder mehr.

Obwohl ca. 60 Prozent der von einer akuten Prostatitis betroffenen Patienten bereits nach sechs Monaten an keinen Beschwerden mehr leiden, entwickelt sich bei ca. 20 Prozent daraus eine chronische Prostataentzündung.

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