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Kreuzbandriss

Kreuzbandriss-1

schematischer Verlauf der geplanten Kreuzbandplastik nach Kreuzbandriss
Kreuzbandriss-2
aus körpereigenem Sehnenmaterial gefertigtes Kreuzbandtransplantat
Kreuzbandriss-3
bioresorbierbare Schrauben zur Verankerung des Transplantates im Knochen für einen dauerhafte Verankerung

Kreuzbandriss-4

Schemadarstellung für eingesetztes Kreuzbandtrasnsplantat

(-> Kreuzbandruptur)

Die Kreuzbandplastik beim vorderen Kreuzbandriss

Der Kreuzbandriss - vornehmlich die Ruptur des vorderen Kreuzbandes (ACL) am Knie - ist eine der häufigsten Verletzungen im Kniebereich bei Profi- und Freizeitsportlern.

Die Entwicklung der Operationstechnik beim Kreuzbandriss

In den Anfängen wurde sehr mühsam und mit einem sehr großen Aufwand, das vordere Kreuzband rekonstruiert. Später hat man versucht der gerissene vordere Kreuzband durch Kunststoffbänder zu ersetzen. Diese Methode zeigte kurzfristig sehr gute Ergebnisse, hat sich jedoch über mehrere Jahre hinweg nicht bewährt.

In den letzten Jahren ist, durch die stetige Weiterentwicklung der Techniken, zur Behandlung des Kreuzbandriss eine Revolution im Bereich der vorderen Kreuzbandplastik-Chirurgie entstanden. Revolution im Sinne einer deutlichen Verbesserung der Langzeitergebnisse.

Die Verwendung eines körpereigenen Transplantates

Es werden vornehmlich zwei Arten von körpereigenen Sehnenanteilen zur Rekonstruktion des ACL: entweder ein Teil der Kniescheibensehne oder ein Sehnenanteil von der Innenseite des Oberschenkels. In den letzten Jahren wurden Operationsverfahren, am häufigsten mit der Sehne des M. semitendinosus und gracilis von der Innenseite des Oberschenkels entwickelt. Die Entnahme dieser Bänderanteile haben praktisch keine nachteiligen Auswirkungen auf den Patienten.

Operationstechnik

Nach Entnahme einer der Sehnen (semitendinosus oder gracilis oder beide) und nach intraartikulärer Vorbereitung, intraartikuläre Einbringung des Transplantates werden zwei Bohrkanäle präpariert und zwar im Bereich des Schienbeinkopfes und im Bereich der Femurkondyle. Das Ganze wird unter Videokamerakontrolle durchgeführt. Dann wird die Sehne mit Hilfe eines mit einer Öse vesehenden Drahtes durch beide Bohrkanäle durchgezogen, so dass ein vorderes Kreuzbandtransplantat intraartikulär von ca. 3 cm entsteht.

Die Verankerung des Transplantates kann mit resorbierbaren Schrauben oder durch Verwenden von resorbierbaren Pins vorgenommen werden. Durch dieses minimal-invasives Verfahren wird eine rasche, nach bestehendem Schema, Rehabilitation erfolgen. Die kosmetische Seite ist ebenfalls positiv anzusehen, weil nur 2 kleine Stichinzisionen und eine kleine Narbe an der Entnahmestelle der Sehne entstehen.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung ist abhängig von dem Instabilitätsgrad und dem Instabilitätstyp. So gibt es die vordere Kreuzbandruptur allein, die antero-sagittale Instabilität, die Kreuzband-Innenmeniskusläsion oder auch in seltenen Fällen das sogenannte Unhappy Triad (vorderer Kreuzbandriss + Innenband- und Innenmeniskusriss).

Bei einer sagittalen Kniegelenksinstabilität (vorderer Kreuzbandriss allein) ist in den ersten 6 postoperativen Wochen eine Teilbelastung und –beugung (bis ca. 90°) zu empfehlen.

Danach zunehmende Belastung und Beugung bis zum 3. postoperativen Monat. Der volle Einsatz bei Ballsportarten (wie z. B. Fußball) ist ab dem 6. postoperativen Monat wieder möglich.

Bei den anderen aufgeführten Instabilitäten wird die Nachbehandlung bis zur 6. postoperativen Woche mit einer Kniegelenksorthese, mit einem Bewegungsausmaß Streckung-Beugung von 0°/0°/90°, durchgeführt.

In manchen Fällen findet man zusätzlich zu der Kniegelenksinstabilität auch Knorpelschädigungen im Sinne von Arthrose, wobei postoperativ knorpelaufbauende Maßnahmen parallel zur Physiotherapie durchgeführt werden müssen.

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