Die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Medizin
Nach wie vor wird die Todesursachenstatistik in den westlichen Industrieländern von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems angeführt, also Herzinfarkt oder Schlaganfall. Annähernd die Hälfte aller Todesfälle ist zurückzuführen auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, insbesondere auf eine Arteriosklerose der Schlagadergefäße und ihre Folgekrankheiten im Bereich:
- des Herzens (Herzinfarkt)
- des Gehirns (Schlaganfall)
- der Nieren (Nierenfunktionsstörung) und
- der Beinarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit).
Die Risikofaktoren für Arteriosklerose-Fälle in westlichen Ländern
Die Arteriosklerose mit ihren Folgekrankheiten hat sich in den westlichen Industrieländern nahezu epidemisch ausgebreitet. Aus diesem Grund sollten die Risikofaktoren auch nicht unterschätzt werden, in dem sie unbeachtet und dann einfach nicht behandelt werden.
Beginn und Entwicklungstempo der Erkrankung beim einzelnen Patienten hängen zusammen mit dem Vorhandensein und der Ausprägung von beeinflussbaren atherogenen (sog. gefäßverkalkungsfördernde) Risikofaktoren wie z. B.:
- Bluthochdruck
- Blutfettwerteerhöhung wie z. B. erhöhte Cholesterinwerte
- Rauchen
- Übergewicht
- Diabetes mellitus
- wenig körperliche Bewegung
- psycho-emotionalem Stress
- psycho-sozialen Faktoren
- Erhöhung des Homozysteinspiegels
- und den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren (insbesondere Lebensalter und genetisch familiäre Disposition).
In der Bundesrepublik Deutschland ist bei Männern im Alter zwischen 55 – 80 Jahren von einer ansteigenden Häufigkeit im Vorkommen einer koronaren Herzerkrankung zwischen 13 und etwa 20% auszugehen. Jährlich ereignen sich ca. 300.000 Herzinfarkte von denen annähernd 50% tödlich verlaufen. 35% der Patienten erreichen nicht mehr das nächstgelegene Krankenhaus.
Diese dramatischen Zahlen und der in aller Regel zunächst schleichend unbemerkte Verlauf der arteriosklerotischen Gefäßerkrankung unterstreichen die überragende Bedeutung der frühzeitigen Erkennung von Patienten mit erhöhtem kardio-vaskulären Ereignisrisiko und der Einleitung von präventiven Behandlungsstrategien. Ärztliches Handeln muss ganz wesentlich darauf gerichtet sein, den asymptomatischen Risikopatienten zu identifizieren, um dann ein Fortschreiten und einen komplizierten Verlauf der dokumentierbaren arteriosklerotischen Gefäßwandveränderungen aufzuhalten und abzuwehren.
Was ist eine Arteriosklerose (‚Arterienverhärtung')?
Darunter versteht man eine systemische, chronisch entzündliche Erkrankung der Arterien (Schlagadergefäße). Sie betrifft in der Regel das gesamte arterielle Gefäßsystem, folgt üblicherweise einem langsam fortschreitenden Verlauf mit diffus ausgebreiteten degenerativen und auch mehr umschriebenen produktiven, die Gefäßlichtung einengenden Gefäßwandveränderungen (Verdickung und unregelmäßige Oberflächenkontur der Gefäßwände, Entstehung von Plaques).
Beginn sowie frühe und mittlere Verlaufsstadien der Erkrankung entwickeln sich meist unbemerkt. Der betroffene Patient wird oft erst symptomatisch und mit der Tatsache einer Gefäßerkrankung konfrontiert beim plötzlichen Übergang der langsam chronisch fortschreitende Verlaufsform in eine lebensbedrohliche, organbezogene, hoch akute Komplikation unter dem Bild z. B. eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Ca. 1/3 aller Herzinfarktpatienten hat den ersten bewussten Kontakt mit der zugrunde liegenden Koronargefäßerkrankung im Augenblick des Infarktgeschehens. Dabei entsteht die Mehrzahl der akuten Gefäßverschlüsse nicht im Bereich einer hochgradigen Engstelle der Arteriengefäße, sondern ausgehend von einer für die Blutströmung eher unbedeutenden und nicht kritisch einengenden arteriosklerotischen Gefäßwandveränderung mit instabiler, verletzlicher Oberfläche (-> Plaqueruptur).
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