Ist ein hoher PSA-Wert durch eine Entzündung verursacht, durch einen Prostatakrebs oder hat es eine andere Ursache?
Grundsätzlich hofft jeder betroffene Mann, dass bei einer PSA-Wert-Veränderung (ob ansteigend oder schwankend), die Ursache nur eine kleine und nicht so bedeutende Prostataentzündung oder eine Prostatavergrößerung ist. Das letzte woran der Mann denken möchte, ist, dass es sich um einen Prostatakrebs handelt. Aber welche Anzeichen müssen für eine Prostataentzündung vorliegen?
Die Anzeichen einer Prostataentzündung (Prostatitis)
Mehr als die Hälfte der Männer hat im Laufe der Zeit einmal eine Prostataentzündung, eine so genannte Prostatitis. Die chronische Prostataentzündung kommt am häufigsten vor. Eine Prostatitis tritt auf, wenn Bakterien in die Prostata gelangen. Wenn diese Infektion nicht richtig verheilt, kann sich aus einer akuten Entzündung ein chronischer Verlauf entwickeln. Grundsätzlich wird zwischen einer akuten und einer chronischen Prostatitis unterschieden.
Akute Prostataentzündung
Bei einer akuten Prostatitis ist der PSA-Wert meistens sehr hoch bzw. liegt sehr über dem PSA-Normwert. Hinzu kommt, dass die Entzündungswerte im Blut demnach auch erhöht sind. Meistens treten auch Symptome auf, wie:
Symptome bei einer akuten Prostataentzündung
- häufiges Wasserlassen mit abgeschwächtem Harnstrahl
- Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen in der Blasenregion
- Druckgefühl im Dammbereich
- Druckgefühl und Schmerzen im Beckenbereich
- Fieber
- Schüttelfrost
Behandlung einer akuten Prostataentzündung
In der Regel wird eine akute Prostataentzündung durch eine mehrtägige Antibiotika-Therapie behandelt, so dass der PSA-Wert wieder stark sinkt, meistens unter Normwert. Auch die Entzündungswerte im Blut gehen wieder zurück und die damit verbundenen Schmerzen verschwinden.
Trifft keines dieser Symptome zu, ist eine akute Prostatitis so gut wie auszuschließen. Dann stellt sich an dieser Stelle nur noch die Frage nach: chronischer Prostatitis, Prostatakrebs oder ob der erhöhte PSA-Wert eine andere Ursache hat.
Chronische Prostataentzündung
Bei einer chronischen Entzündung kann der PSA-Wert erhöht sein – muss aber nicht. Viele Männer leiden an einer chronischen Prostataentzündung, obwohl der PSA-Wert im Normbereich liegt. Eine chronische Prostatitis wird oftmals nicht bemerkt. Sie äußert sich anfänglich als leichte akute Prostataentzündung. Das bedeutet, dass Bakterien in die Prostata gelangt sind, z. B. durch die Harnröhre. Da diese Entzündung relativ schwach ist, kann das eigene Immunsystem dagegenwirken und stoppt somit einen stark akuten Entzündungsausbruch. Dadurch, dass die Entzündung nicht komplett verschwindet, bleibt eine ständige Entzündung in der Prostata und wird demnach zu einer chronischen Prostatitis. Dieses kann dann auch zur Folge haben, dass es zu stellenweise Narbenbildung in der Prostata kommt. Größere Narbenbildung kann zu einer Beeinträchtigung der Prostatafunktion führen. Ähnlich wie bei der akuten Prostataentzündung können bei der chronischen Prostatitis auch folgende Symptome auftreten:
Symptome einer chronischen Prostataentzündung:
- Druckgefühl und Schmerzen im Dammbereich und Schambeinregion
- schmerzhafter Samenerguss
- Schmerzen in der Blasenregion
- Schmerzen und Brennen bei oder nach dem Wasserlassen
- Ziehen und Schmerzen in der Leiste
- häufiger Harndrang
- Erektionsstörungen
Behandlung einer chronischen Prostataentzündung
Eine chronische Prostatitis ist schlecht behandelbar. Auch eine langzeitige, mehrwöchige Antibiotika-Therapie erzielt oftmals nicht den erhoffen Effekt bzw. Rückgang.
Die konventionellen Untersuchungsmethoden beim Urologen
Eine akut entzündete Prostata ist oftmals geschwollen und dadurch auch vergrößert. Über die Tastuntersuchung kann der Urologe feststellen, ob die Prostata schmerzempfindlich ist. Wenn der Patient Schmerzen beim Tasten verspürt und der Urologe auch eine relativ weiche Prostata ertastet, spricht vieles für eine akute Prostatitis. Über Ultraschall kann der Urologe die geschwollene Prostata sehen, die sich durch eine Prostatavergrößerung äußert. Problem ist aber hierbei, dass für den Patienten der Druck auf die Prostata in diesem Stadium zu schmerzhaft ist. Die Gewebeveränderungen, ausgelöst durch die akute Prostataentzündung, sind in der Regel über den rektalen Ultraschall nicht zu sehen.
Die Vorteile der MRT-Diagnose bei der Prostata
Im Gegensatz zum Tastbefund und rektalem Ultraschall können wir mittels der MRT-Untersuchung der Prostata eine Entzündung bildgebend erkennen, da sich die entzündeten Gewebestrukturen im Normalfall von dem gesunden Gewebe unterscheiden. Diese Untersuchung läuft nicht rektal (also nicht durch den Darm) ab, sondern wird ohne Ausziehen und ohne Abtasten durchgeführt, was wiederum angenehm und schmerzfrei ist.
Grundsätzlich ist die Diagnosenstellung wichtig, gerade im Bereich der Abgrenzung zwischen einer chronischen Entzündung und einem Tumor. Die häufigste Ursache für einen erhöhten PSA-Wert bei Männern mittleren Alters ist ein Prostatakrebs.
Das bildgebende Verfahren: die MRT-Untersuchung der Prostata
Mit der MRT-Untersuchung der Prostata können wir sehen, welche Ursache dazu führt, dass ein Gesamt-PSA-Wert stetig ansteigt, schwankt oder auch konstant über Normwert erhöht bleibt: Handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung, um ein Prostatakarzinom oder hat es doch eine andere Ursache? Diese Fragestellung kann mittels MRT-Untersuchung abgeklärt werden.
Die MRT-Untersuchung der Prostata kann Aufschluss über die Ursache eines veränderten PSA-Wertes geben und ist auch die Basis für eventuell weitere erforderliche Schritte. Damit können wir bereits kleinste Gewebeveränderungen in der Prostata erkennen und bildgebend krankhaftes von gesundem Gewebe trennen. Zusätzlich kann die Größe bestimmt und die Prostatakapsel überprüft werden. Die benachbarten Organe und Lymphknoten können in dieser Untersuchung auch mit dargestellt werden.
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